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Klassik trifft Agilität

Sketchnoting

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Klassikstadt Frankfurt am 23./24. September 2019. Passender hätte eine Location für die Konferenz zum Thema Agile@Hardware nicht gewählt werden können. Das Fabrikgebäude mit historischer Backsteinfassade wurde im Jahr 1910 – zu Zeiten der deutschen Hochindustrialisierung – erbaut. Eine Zeit, in der die Grundlagen für unsere heutige Industrie geschaffen wurden.

Seither hat sich in der Industrie viel getan. Dies liegt insbesondere daran, dass es zu jeder Zeit Menschen gab, die nicht an alten Strukturen festhielten, sondern sich selbst und unsere Industrie immer weiterentwickelten. Menschen, die genug Mut hatten, anders zu denken, dies offen kundzutun und trotz Widerstände neue Wege gingen. Diese Entwicklung ist in all den gläsernen Werkstätten und Garagen der Klassikwerkstatt deutlich zu erkennen. Laufe ich durch die sogenannten Boxengassen, sehe ich seltenen Klassiker bis hin zu hochinnovativen Fahrzeugen von Lamborghini, McLaren und Bugatti.

Und mittendrin einige Seminarräume – ebenfalls verglast. Benannt sind die Räume nach berühmten Rennfahrern wie Jochen Rindt oder Jack Brabham. Herausragende Persönlichkeiten, die weder Geschwindigkeit noch technischen Fortschritt scheuten, um ihr Ziel zu erreichen. Nicht zuletzt durch beeindruckende Bilder dieser Rennfahrer, wird den Räumen eine Art Flair verliehen, der inspirierend und ehrfürchtig zugleich wirkt. Perfekte Voraussetzungen für Workshops, Diskussionen und Vorträge rund um das Thema Agilität. Geht es um agiles Arbeiten in Entwicklung, Projektmanagement und Co, gehen die Meinungen weit auseinander. Widerstände in Form von

„Agilität ist auch nur ein Deckmäntelchen für Chaosverwaltung“

oder

„eine Ausrede für unstrukturiertes Arbeiten“

stoßen auf überzeugte Befürworter. Große deutsche Unternehmen sind hin und hergerissen zwischen ihren klassischen, bekannten und vermeintlich sicheren Strukturen und der „chaotischen“ Agilität, die im Grunde alles andere als chaotisch ist. Oder ist es einfach nur die Angst vor dem Neuen? Vor neuen Situationen, die immer komplexer und unvorhersehbarer werden?

Vielleicht ging es nicht nur mir so in diesen beiden Tagen. Gehe ich durch die Boxengassen und sehe die Fahrzeuge – alle repräsentativ für die jeweilige Zeit und den jeweiligen Stand der Technik – frage ich mich, wie es hier wohl aussehen würde, wenn es nicht schon immer die Neudenker, Andersdenker und Querdenker gegeben hätte. Menschen, die erkennen, dass sie sich auf neue Gegebenheiten einstellen müssen und die Vorteile daraus erkennen. Menschen, die frei im Denken sind und mutig genug, auch mal den Widerstand auszuhalten. Menschen, die inspirieren, motivieren und Einfluss nehmen.

Und vielleicht läuft auch in 20 Jahren noch jemand durch die Boxengassen der Klassikstadt, sieht sich die Klassiker und neuesten Innovationen an und denkt sich „Was wäre gewesen, wenn …?“

https://www.co-improve.com/events/agilehardware-konferenz/agilehardware-2019.html

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